zooplus München

Celebrating Pet Love Everyday: Markenidentität im Büro erlebbar machen

Ein Gespräch über die gestalterische Handschrift hinter dem neuen zooplus-Headquarter. 

zooplus hat im LUMEN in München ein neues Headquarter geschaffen, das moderne Arbeitskultur nicht nur verkörpert, sondern neu definiert. Die Vision „Celebrating Pet Love Every Day“ wurde zur räumlichen Leitidee und von unserem Design-Team in eine präzise Design-DNA übersetzt – funktionales Interior Design mit klaren Raumtypologien, großzügigen Community-Zonen und durchdachter Hunde-Infrastruktur. Ein Arbeitsumfeld, das Identifikation schafft.

Im Gespräch mit unseren Design-Kolleginnen Pia und Sophie erfahren wir mehr über die Gestaltungsansätze und Prozesse – und darüber, wie man mit Raum eine Haltung und eine Marke zum Erlebnis macht.

Wie seid ihr an die Gestaltung des neuen Headquarters herangegangen – und wie habt ihr dabei Zusammenarbeit und Wohlbefinden der Mitarbeitenden unterstützt?

PIA

Pia Barriga

Pia: Bei zooplus stand von Anfang an fest: Es geht nicht um Trends, sondern um Identität. Deshalb haben wir das Design auf Basis gemeinsamer Workshops mit dem Kunden entwickelt. Daraus entstand eine eigene Design-DNA – abgeleitet aus den Markenwerten „People + Pets“ und der Vision „Celebrating Pet Love Everyday“. Das Wohlbefinden der Mitarbeitenden war dabei ein zentrales Ziel: Deshalb haben wir nicht nur mit dem Projektteam gearbeitet, sondern auch Mitarbeitende früh und intensiv einbezogen – etwa bei der Auswahl von Farben, Oberflächen und Möbeln. Eine Mitarbeitendengruppe hat sogar drei Lounge-Bereiche mitgestaltet – so entstanden Räume, die wirklich zu ihren Bedürfnissen passen. 

Die Mitarbeitenden konnten ihre Vorstellungen zur Nutzung, Möblierung und Gestaltung direkt einbringen. Auch bei der Erschließung der Flächen haben wir weitergedacht: Wir haben z. B. vorgeschlagen, spielerische „Raum-Challenges“ zu organisieren, bei denen die Teams gezielt neue Räume kennenlernen und ausprobieren. Das fördert nicht nur die Bewegung durch die Fläche, sondern auch eine bessere Raumnutzung und Zusammenarbeit.

 

Sophie: Und genau das macht für uns gutes (Workplace) Design aus: Es entsteht nicht im stillen Kämmerlein, sondern im Dialog. Um wirklich passende Lösungen zu entwickeln, müssen wir zuhören, die richtigen Fragen stellen und die verschiedenen Organisationseinheiten verstehen – fachlich wie kulturell. Es geht darum, herauszufinden: Was braucht ihr, was wünscht ihr euch – und was braucht ihr vielleicht, ohne es schon zu wissen?

Dabei spielen nicht nur die Anforderungen des Kunden eine Rolle, sondern auch die Informationen, die wir selbst benötigen, um unseren Beratungsansatz darauf abzustimmen. Denn oft ist dem Kunden noch gar nicht bewusst, welche Möglichkeiten es gibt oder welche Herausforderungen sich in der Nutzung ergeben könnten.

Unser Ziel ist immer, ein Umfeld zu gestalten, in dem sich Menschen – und wie in diesem Fall auch ihre Hunde – wirklich willkommen und wohlfühlen. Ein Ort, der Austausch ermöglicht, Rückzug zulässt und mit dem man sich identifizieren kann.

SOPHIE

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Welche Anforderungen habt ihr vom Kunden mit auf den Weg bekommen – und wie habt ihr sie gelöst?

Pia: Die Integration von Haustieren war ein zentrales Thema. Also haben wir konsequent „pet-friendly“ Materialien eingesetzt: kratzfeste, robuste Bezüge, abwischbare Oberflächen, Teppichfliesen zum einfachen Austauschen. Außerdem orientiert sich ein Teil der Farbgestaltung an Farbtönen, die Hunde besonders gut wahrnehmen können: Grün- und Blaunuancen. Ergänzend wurden spezielle Bereiche für Hunde innerhalb der Büros vorgesehen, wie Dog-Stations, Pick-up/Drop-off-Zonen sowie ein Dog-Parcours im Außenbereich. Dazu kommt eine klare Zonierung, die Menschen wie Tieren Rückzug und Struktur gibt. Die ergonomische Möblierung ist flexibel nutzbar – auch das war ein wichtiger Aspekt, den wir erfüllen wollten. 

Sophie: zooplus gehört zu den führenden digitalen Marken im Bereich Heimtierbedarf und bietet ein breites, vielfältiges Produktsortiment – darunter auch viele Eigenmarken. Uns war wichtig, diese nicht einfach aus dem digitalen Webshop-Raum in einen physischen „Einkaufsladen“ zu übertragen. Stattdessen haben wir ihnen eine echte Bühne gegeben und sie in einen künstlerischen Kontext gesetzt. So wurden die Marken sichtbar, spürbar und im Raum erlebbar. 

Pia: Da das Gebäude nach LEED zertifiziert werden soll, spielte die Innenraum-Nachhaltigkeit (IEQ) in der Planung eine zentrale Rolle. Wir haben konsequent VOC-arme Materialien eingesetzt, um eine gute Innenraumluftqualität zu gewährleisten, sowie Innenbeschattungslösungen zur Kontrolle von Blendung durch Tageslicht und zur Regulierung der Raumtemperatur berücksichtigt. Darüber hinaus wurde auf zusätzliche akustische Maßnahmen geachtet, um den Komfort im Arbeitsumfeld zu erhöhen. Die ausgewählten Möbelhersteller und Oberflächenproduzenten erfüllen die strengen Nachhaltigkeitsanforderungen gemäß den relevanten LEED-Kriterien.

Wie habt ihr Funktionalität, Atmosphäre und Markenerlebnis miteinander verbunden – und was macht das Design im LUMEN so besonders?

Pia: Die Funktionalität war für uns der Ausgangspunkt. Denn ohne sie bleibt ein Raum nur schön. Deshalb haben wir jedes Raummodul gemeinsam mit den Nutzer:innen entwickelt – technisch, funktional und in der Möblierung. Ein Modulkatalog diente dabei als strukturelle Grundlage für die weitere Designentwicklung. Wir haben auf viele Details geachtet: tierhaarfreundliche Stoffe, Kabelmanagement, Regale für Dog Beds. Unterschiedliche Texturen, natürliche Materialien und gezielte Farben unterstützen diese Wirkung. „Pet Love“ soll spürbar sein – ohne Kitsch.

Sophie: Die Atmosphäre im LUMEN ist modern und reduziert – aber zugleich warm, einladend und voller liebevoll gestalteter Details.

Die Eigenmarken von zooplus haben wir aus ihrem ursprünglichen Produktkontext gelöst und gestalterisch neu interpretiert – etwa durch grafische und haptische Installationen aus Hundeleinen, Futterdosen, Kratzbaumstrukturen oder Spielzeug. Diese wurden wie kleine Ausstellungen inszeniert – mit erklärenden Texten und einem künstlerischen Twist. Auch Details wie eine integrierte Hundehütte im Küchentresen oder die „Pet Walls“ mit Tierporträts unterstreichen den emotionalen Bezug und schaffen Identifikation. Es gibt viel zu entdecken – und genau das zeigt, wie Design, Marke, Mitarbeitende und ihre Haustiere auf besondere Weise zusammenfinden. Hier durften wir uns kreativ wirklich austoben. 

 Pia:  Für uns darf ein Büro eben mehr sein als ein funktionaler Arbeitsort. Es sollte vielmehr ein Ort mit Charakter sein – mit Mut zu einem Design, das Marke, Mensch und Kultur sichtbar macht.

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Die Fotos zeigen eindrucksvoll, wie ihr die Markenwerte von zooplus räumlich übersetzt habt. Aber wie gelingt euch das in Projekten, die keine so starke oder sichtbare Marke haben? Welche gestalterischen Mittel setzt ihr ein, um trotzdem Identität und Haltung spürbar zu machen – im Großen wie im Kleinen?

Pia: Auch wenn ein Unternehmen keine stark sichtbare Marke hat, lässt sich viel über Atmosphäre und Haltung transportieren. Das gesamte Farb- und Raumkonzept ist so angelegt, dass es Orientierung schafft und unterschiedliche Arbeitsformen unterstützt. Helle Töne zb. fördern Konzentration in Fokuszonen, offene Bereiche ermöglichen Austausch und Begegnung.  In anderen Projekten nutzen wir zum Beispiel farbliche Akzente, interaktive Flächen, illustrative Wandgestaltungen oder subtile Markensymbole. Solche Mittel schaffen Atmosphäre und ermöglichen Identifikation – auch ohne plakative Markenwelt.

Sophie: Wir arbeiten gezielt mit Farben, funktionalen Elementen und Kunst im Raum – wie bei zooplus, wo CI-Elemente, das Motto „Pet Love Everyday“ und viele kleine gestalterische Details die Identität greifbar machen. Wichtig ist, dass man sich wirklich mit dem Unternehmen und der Marke auseinandersetzt. Man muss verstehen, was das Unternehmen ausmacht, was ihm wichtig ist, welche Haltung es hat. Es geht darum, Werte räumlich zu übersetzen – auf eine individuelle, manchmal auch abstrakte Art.

Pia: Für uns ist das eigentlich der spannendste Aspekt unserer Designberatung: Wie gelingt es, eine Marke nicht nur zu zeigen, sondern in Räume zu übersetzen – so, dass ein Büro nicht nur funktioniert, sondern zu einem Ort mit Seele wird.

Sophie: Das funktioniert aber nur, wenn das Unternehmen bereit ist, seine Marke zu reflektieren – und den Raum dafür zu öffnen. Bei zooplus war das der Fall. Aber auch bei anderen Kunden wie LinkedIn, Haspa oder ZBI konnten wir mit Brand Design neue Maßstäbe setzen. Das sehen wir auch als unsere besondere Stärke bei combine: Unternehmenskultur zum Leben erwecken.

Wie geht es für zooplus – und für euch – nach dem Projekt weiter und was ist euer Fazit?

Pia: Jetzt heißt es: testen, beobachten, anpassen. Der Plan: die Erstellung einer Design Guideline, die auf den Learnings aus dem Projekt basiert. zooplus ist eines der Projekte, auf das wir besonders stolz sind. Für uns war das Projekt weit mehr als eine Bürogestaltung. 

Sophie: Es zeigt uns wieder einmal, dass Brand Design weit mehr leisten kann als „nur“ ein Logo an der Wand. Das Thema „Brand Experience“ im Raum gewinnt weiter an Bedeutung und wir wollen diese Ansätze auch in zukünftigen Projekten weiterdenken. Wir haben daraus viele Erkenntnisse gewonnen, die wir in andere Projekte mitnehmen: ob in der Signaletik, in der Markenintegration oder in der kreativen Zusammenarbeit im Team. zooplus steht exemplarisch für das, was moderne Arbeitswelten leisten können – wenn sie funktional, emotional und markengerecht gedacht werden.