Zwischen Direktbank und Vertrauensort: Wie Sparkassen ihre Standorte neu denken müssen
Die Sparkasse um die Ecke war lange ein Fixpunkt: verlässlich, nah, immer erreichbar. Heute konkurriert sie mit Apps, die in Sekunden einen Kredit bewilligen, und mit Direktbanken, die keine einzige Filiale unterhalten müssen. Trotzdem (oder gerade deshalb) bleibt der physische Ort relevant. Nur muss er etwas anderes leisten als noch vor zehn Jahren. Wie begegnen wir gemeinsam mit unseren Kunden dieser doppelten Anforderung?
Sparkassen stehen vor der Herausforderung, die Effizienz einer digitalisierten Direktbank zu erreichen und gleichzeitig die Nähe eines lokalen Instituts zu bewahren. Der Treiber dahinter ist nicht nur das veränderte Kundenverhalten, sondern zunehmend auch der Einsatz von KI. Wo Routineaufgaben – Kontoeröffnung, Standardüberweisung, einfache Auskünfte – automatisiert werden, verschiebt sich die Rolle der Mitarbeitenden. Was bleibt, ist das, was eine Maschine nicht ersetzen kann: Vertrauen aufbauen, komplexe Situationen einordnen, im Zweifel eine Entscheidung mittragen. Die Filiale wird dadurch nicht überflüssig, sie verändert ihre Funktion. Sie wird vom Ort der Transaktion zum Ort der Beratung und Begegnung.
Für Immobilien, Filialkonzepte und Arbeitswelten heißt das: Räume, die früher vor allem Schalterhalle waren, müssen heute Wirtschaftlichkeit und regionale Identität gleichzeitig abbilden. Das ist kein rein gestalterisches Problem. Es ist eine strategische Frage, die Organisation, Immobilie und Technologie gemeinsam betrifft – und genau an dieser Schnittstelle setzt combine mit der Beratung an.
Eine Filiale zu verkleinern oder umzubauen ist schnell entschieden. Schwieriger ist es, dabei nicht nur Kosten zu sparen, sondern tatsächlich einen Ort zu schaffen, der Kund:innen anzieht und Mitarbeitende bindet. Wer diese Frage isoliert angeht, also nur aus Sicht der Immobilie, der IT oder der Personalabteilung, läuft Gefahr, am eigentlichen Bedarf vorbeizuplanen.
Unser Ansatz bei combine ist deshalb bewusst ganzheitlich: Wir verbinden die drei Ebenen Mensch (Organisation), Raum (Immobilie) und Technologie (Digitalisierung), statt sie getrennt zu betrachten. Konkret bedeutet das ein 360°-Vorgehen von der Strategie bis zur Umsetzung: von der Standortsuche über die Bedarfs- und Anforderungsanalyse und das Flächenkonzept bis zur Gestaltung zukunftsfähiger Arbeits- und Kundenwelten. Am Ende sollen drei Dinge stehen: wirtschaftlich optimierte Flächen, gremiensichere Entscheidungsgrundlagen für Vorstand und Aufsichtsgremien und ein Arbeitsumfeld, das sowohl Kunden als auch Mitarbeitende bindet und Identität stiftet.
Zwei Projekte zeigen, wie unterschiedlich die Aufgabenstellung sein kann – und wie ähnlich das Grundprinzip dahinter bleibt.
Haspa One im Deutschlandhaus
Bei der Hamburger Sparkasse hat combine den gesamten Planungszeitraum bis zum Einzug begleitet – von der Grundlagenermittlung und einem strategischen Workshop mit Mitarbeitenden über die Entwicklung eines tätigkeitsorientierten Arbeits- und Flächenkonzepts bis zur Begleitung des Architektenentwurfs, dem Interior Design der Büroetagen und der Signaletik.
Rund 1.700 Mitarbeitende, 1.000 Arbeitsplätze und 35.000 m² BGF machen das Projekt zu einem der komplexeren Vorhaben im Sparkassensektor. Entstanden ist mit dem Deutschlandhaus ein Standort, der Marke, Organisation und Arbeitsalltag sichtbar zusammenführt. Mit einem Bürokonzept, das digitale, mobile und agile Arbeitsweisen unterstützt, ohne die Identität der Haspa zu verlieren.
Bausparkasse Schwäbisch Hall
Dass sich dieses Prinzip auch auf die Verwaltung selbst anwenden lässt, zeigt die Bausparkasse Schwäbisch Hall. Auf Basis einer 2019 verabschiedeten Gebäudestrategie modernisiert sie schrittweise ihre Hauptverwaltung mit rund 3.700 Mitarbeitenden – begleitet von combine, von der Entwicklung des strategischen Bürokonzepts über das Flächenmanagement bis zum Change-Prozess.
Kern ist das Prinzip „Heimathafen und Free Seating“: Teams sind räumlich fest verortet, einzelne Arbeitsplätze werden je nach Tätigkeit flexibel gewählt und nach dem Clean-Desk-Prinzip täglich freigegeben. Ein erster Meilenstein war 2024 der Wiedereinzug von rund 600 Mitarbeitenden in das sanierte Projekthaus H – die Mitarbeitenden gestalteten die Spielregeln dafür von Anfang an mit. Erfahren Sie in unserer Podcastfolge von den Projektbeteiligten, wie die Modernisierung bei Schwäbisch Hall läuft.
Die beiden Beispiele zeigen: Es gibt kein Patentrezept, das sich von einer Sparkasse 1:1 auf die nächste übertragen lässt. Größe, Standort, Kundenstruktur und Digitalisierungsgrad sind individuell, die Anforderungen unterscheiden sich stark.
Was sich übertragen lässt, ist die Herangehensweise – Organisation, Immobilie und Technologie von Anfang an gemeinsam zu denken, statt sie nacheinander abzuarbeiten. Wer diesen Schritt geht, macht aus der Filiale nicht nur einen Kostenfaktor, den es zu minimieren gilt, sondern ein strategisches Instrument, das Kunden- und Mitarbeiterbindung gleichermaßen stärkt.
Warum Banken bei Arbeitswelt- und Immobilienstrategien auf combine setzen
Was beide Projektbeispiele ebenfalls eint, ist die Art, wie wir als Berater bei combine arbeiten. Seit 19 Jahren sind wir mit Sparkassen im Austausch und kennen die Besonderheiten der Branche. Dabei begleiten wir Projekte konsequent von der Strategie bis zur Umsetzung, statt einzelne Leistungsbausteine isoliert zu liefern, und suchen in jedem Schritt nach der funktional wie wirtschaftlich besten Lösung. Unsere Konzepte entstehen dabei nicht von der Stange, sondern aus den tatsächlichen Bedürfnissen der Nutzenden und mit dem Ziel, Zufriedenheit und Identität zu stärken und gleichzeitig Kosten durch eine bessere Flächennutzung zu senken.


