Büropräsenz bleibt hinter Vorcorona-Niveau
- combine veröffentlicht Büronutzungs-Insights 2025
- Büropräsenz im Schnitt nur bei 41 Prozent
- „Präsenz fördert Präsenz“, sagt Hendrik Grempe, Geschäftsführer combine Consulting.
Hamburg, 19. November 2025: Das bundesweit führende Beratungsunternehmen für Workplace-Strategy, combine Consulting, hat eine Neuauflage seiner Studie „Insights – Büronutzung 2025“ vorgestellt. Die Ergebnisse zeigen: Die Anwesenheit in deutschen Büros pendelt sich stabil zwischen 40 und 50 Prozent ein – die Werte von vor 2020 werden weiterhin nicht erreicht. Die Kommunikation verlagert sich stark ins Digitale, spontane Begegnungen bleiben die Ausnahme.
Die Zahlen belegen: Präsenzzeit wird zu häufig für Einzel- und Videoarbeit genutzt anstatt für den persönlichen Austausch, der eigentlich den Mehrwert des modernen Büros ausmachen sollte.
„In unseren qualitativen Projekten hören wir immer wieder ein ähnliches Muster“, sagt Hendrik Grempe. „Viele Mitarbeitende kommen gerne ins Büro, weil ihnen der Austausch wichtig ist. Dort erleben sie dann aber viel zu oft, dass kaum jemand da ist oder dass sie trotzdem den ganzen Tag in Videocalls sitzen. Also kommen sie seltener – ein klassischer Kreislauf sinkender Präsenz.“
Was Präsenz dagegen fördern würde? „Wenn mehr Kolleg:innen gleichzeitig anwesend sind, entsteht mehr Interaktion, mehr Teamarbeit, mehr Energie. Aber auch das hat Grenzen – Vereinbarkeit und individuelle Arbeitsrhythmen müssen respektiert bleiben“, sagt Hendrik Grempe. Gerade weil hybride Arbeit bleibt und der persönliche Austausch so wichtig ist, sollten Unternehmen in Qualität investieren und nicht ausschließlich in Fläche. Es geht um Räume, die Interaktion ermöglichen, und um Formate, die Menschen zusammenbringen. Jeder Euro, der Präsenz produktiver und attraktiver macht, zahlt auf Lernkurven, Innovationsfähigkeit und Bindung ein – das sind harte Business-Effekte.“
Bereits 2023 hatte combine eine durchschnittliche Büroauslastung von rund 41 Prozent gemessen; selbst an stark frequentierten Tagen wurde die 50-Prozent-Marke selten überschritten. Montag und Freitag etablierten sich als Homeoffice-Tage und die Nutzung von Besprechungsräumen lag im Schnitt nur bei etwa 7 Prozent. Die neuen Daten bestätigen diesen Trend – wenn auch auf leicht höherem Niveau. Verglichen mit der Zeit vor der Pandemie sind die Auslastungswerte nach wie vor deutlich niedriger.
„Die Zahlen zeigen klar: Wir erleben kein vorübergehendes Phänomen, sondern eine neue Normalität zwischen 40 und 50 Prozent Anwesenheit“, betont Hendrik Grempe. „Präsenz darf deshalb kein Selbstzweck sein – sie braucht einen erkennbaren Mehrwert: gemeinsame Rituale, echte Projektarbeit, Mentoring und schnelle Entscheidungen. Unsere Empfehlung lautet daher: weniger Videokonferenzen im Großraum, mehr kleine, akustisch und technisch geeignete Hybridräume, klare Team-Ankertage sowie Führung, die Präsenz vorlebt. So wird das Büro wieder zum Ort für Wirksamkeit und Kultur und nicht bloß zur Kulisse für Einzelarbeit. Frei nach dem Leitsatz: Präsenz fördert Präsenz.“
Eine weitere Beobachtung aus den aktuellen Flächenanalysen: Die Mitarbeitenden verbringen auch im Activity-Based Working etwa drei Viertel ihrer Zeit am festen Arbeitsplatz. Die übrige Zeit ziehen sie sich unter anderem für Fokusarbeit, kurze Pausen und Besprechungen in andere Module zurück. Die Auslastungen der Besprechungsräume von im Mittel nur rund 10 Prozent und der Gemeinschaftsflächen von etwa 3 Prozent zeigen, dass das volle Potenzial der oft vielfältigen Raumangebote noch nicht ausgeschöpft wird.
combine empfiehlt daher:
- Präsenz mit Zweck verknüpfen: klare Gründe und verbindliche Team-Rhythmen schaffen
- Meetingkultur erneuern: kleine, akustisch optimierte Hybridräume statt Videomarathons im Großraum
- Gemeinschaftszonen aktiv managen: durch Formate und Begegnungsanlässe
- Desk-Sharing-Quoten mutig justieren: die gemessene Auslastung erlaubt oft höhere Quoten als angenommen


