Eine Person mit langen Haaren wird von hinten gezeigt, wie sie Post its an einer Wand anbringt

Was macht gute Beratung aus? Unsere 10 Gebote

Gute Beratung ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis von Haltung, Handwerk und echtem Interesse am Menschen und seinem Problem. In einer Branche, in der Buzzwords oft lauter sind als Ergebnisse, haben wir uns gefragt: Was macht aus Beratung eigentlich gute Beratung? Was sind die Prinzipien, nach denen wir arbeiten und nach denen wir uns messen lassen wollen?

Die Antwort: unsere 10 Gebote. Sie sollen als Leitplanken dienen für unsere Projekte rund um zukunftsfähige Arbeitswelten und Büroimmobilien.

Entstanden sind die 10 Gebote guter Beratung schon vor gut 16 Jahren, im Februar 2010. Da saß combine-Geschäftsführer Matthias Pietzcker nach einem intensiven Workshop-Tag im Zug zurück nach Hamburg. 

Während die Landschaft am Fenster vorbeizog, stellte er sich die Frage: Was macht gute Beratung eigentlich aus? Zehn Grundsätze schrieb er dann in sein Notizbuch, abgeleitet aus seiner langjährigen Erfahrung und Überzeugung.

Seitdem begleiten sie ihn und uns: Wir geben sie an unsere Berater:innen weiter. Und wir leben sie in unserem Beratungsalltag. Auch 16 Jahre später haben sie nichts von ihrer Aktualität und Relevanz verloren.

In aller Kürze: Was sind die 10 Gebote für gute Beratung bei combine?

  1. Wir verstecken uns nicht.
  2. In jeder Problembeschreibung steckt ein Lösungsansatz.
  3. Wir sind termintreu.
  4. Wir denken vernetzt.
  5. Wir ringen um die beste Lösung, nicht um die schnellste.
  6. Wir bedenken, dass jeder Kunde anders ist.
  7. Wir lösen das Problem des Kunden – für den Kunden und nicht für uns selbst.
  8. Jedes Chart, das wir erstellen, hat eine Überschrift, die eine Aussage trifft.
  9. Jede Frage oder Aufgabe, die wir stellen, haben wir uns vorher selbst beantwortet.
  10. Wir präsentieren keine Charts, in dem wir sie vorlesen.

1. Wir verstecken uns nicht.

Zeichung einer Person, die sich unter einem Tisch versteckt

Beratung lebt von Vertrauen. Und Vertrauen entsteht im zwischenmenschlichen Umgang miteinander, durch Verlässlichkeit und Offenheit. Stupide Fragen beantworten kann die KI schließlich auch. Unsere Beratung geht aber weit über reine Wissensvermittlung hinaus. Wir vermitteln Haltung, ordnen ein, finden Lösungen, die wirklich passen und sprechen dazu auch mal unangenehme Wahrheiten aus. Dafür müssen Berater:innen nahbar und greifbar sein. Sie können sich nicht hinter Floskeln oder anonymen Prozessen verstecken. Wer mit uns arbeitet, weiß, wer für sein Projekt verantwortlich ist, und kann diese Person auch erreichen.

2. In jeder Problembeschreibung steckt ein Lösungsansatz.

In aller Regel gibt uns eine Problembeschreibung schon einen Hinweis darauf, wo wir nach der Lösung suchen müssen. Ein Beispiel: „Wir haben viel zu viele leerstehende Schreibtische, unser Büro ist für den heutigen Bedarf viel zu groß. Die Leute kommen einfach viel seltener als früher.“ Wenn wir hier nur die Fläche reduzieren, würden die leeren Schreibtische zwar nicht mehr so auffallen. Das Problem mit den sinkenden Anwesenheitszahlen wäre dadurch aber nicht gelöst. Da lohnt es sich, noch ein bisschen tiefer zu forschen. Was steckt dahinter? Fehlende Aufenthaltsqualität? Mangelnde Identifikation mit dem Ort? Unklare Erwartungen an Präsenz? Genau zuzuhören gehört also ebenfalls zu den Fähigkeiten, die für Berater:innen wichtig sind.

Zeichnung einer Person, die vor einem Aufzug steht, der mit einem x durchgestrichen ist. Daneben ist eine Treppe
Zeichnung einer rennenden Person, die auf die Uhr schaut

3. Wir sind termintreu.

Wir sind ein verlässlicher Partner, egal ob in der Konzeptphase oder in der Umsetzung. Termintreue signalisiert unseren Kund:innen, dass wir ihre Zeit ernst nehmen und unsere Aufgaben und Abläufe im Griff haben. Dafür planen wir unsere Aufgaben und Arbeitstage entsprechend. Natürlich kann sich mal etwas verzögern, manchmal liegt das auch nicht in unserer Hand. Dann kommunizieren wir das entsprechend und suchen proaktiv nach Lösungen.

4. Wir denken vernetzt.

Büro ist nicht gleich Immobilie.
Immobilie ist nicht gleich Flächenplanung.
Flächenplanung ist nicht gleich Arbeitskultur.

Wer Arbeitswelten zukunftsfähig gestalten will, muss die strategische, räumliche, technische und die menschliche Ebene im Blick haben. Die Voraussetzungen für gutes Arbeiten sind komplex und hängen von vielen Faktoren ab – da hilft es nicht, in Silos zu denken. Stattdessen suchen wir bewusst nach verschiedenen Perspektiven und erkennen Zusammenhänge, um am Ende etwas entstehen zu lassen, dass die Fragestellung unserer Kund:innen ganzheitlich beantwortet.

Zeichnung von miteinander verbundenen Punkten

5. Wir ringen um die beste Lösung, nicht um die schnellste.

Zeichnung von zwei PErsonen, die wrestlen. Zwischen ihnen ist eine große Glühbirne.

Schnelle Antworten sind verlockend, das gilt für Berater:innen genauso wie für unsere Kund:innen. In Projekten steht man schnell unter Druck, will liefern, muss Zeitpläne einhalten. Wir glauben trotzdem, dass die Qualität einer Lösung wichtiger ist als die Geschwindigkeit ihrer Lieferung. Das heißt nicht, dass wir trödeln. Aber wir nehmen uns die Zeit, die es braucht, um Optionen abzuwägen, Konsequenzen durchzudenken und am Ende eine Empfehlung auszusprechen, hinter der wir wirklich stehen. Wir führen lieber noch ein Gespräch mehr mit den Beteiligten, weisen auf Schwachstellen und Lücken hin oder hinterfragen den Status Quo. Das schlägt sich in unseren Ergebnissen und in den vielen zufriedenen Kund:innen nieder.

6. Wir bedenken, dass jeder Kunde anders ist.

Ein Technologieunternehmen mit 500 Mitarbeitenden in Berlin tickt anders als eine Anwaltskanzlei mit 50 Personen in München. Eine Behörde funktioniert anders als ein Start-up. Was für das eine Unternehmen eine Erfolgsgeschichte ist, kann für das andere eine Fehlinvestition sein. Und selbst bei ähnlichen Parametern muss die Unternehmenskultur noch lange nicht gleich sein. Wie gut ein Büro funktioniert, hängt aber stark von den individuellen Bedürfnissen und Anforderungen ab. Hier auf standardisierte Schablonen zurückzugreifen, bringt uns und vor allem unsere Kundschaft nicht an das Ziel, besser zu arbeiten. Stattdessen hören wir zu, beobachten, fragen nach und entwickeln Lösungen, die zur individuellen Ausgangslage passen.

Zeichnung einer großen Person, die eine kleine Person an der Hand hält

7. Wir lösen das Problem des Kunden – für den Kunden und nicht für uns selbst.

Zeichnung von zwei männlichen Köpfen, einer ernst, einer lachend

Gute Beratung ist kein Selbstzweck, sie soll ein Problem lösen. Als externe Berater:innen bekommen wir diese Aufgabe übertragen, dürfen dabei aber nie vergessen, dass wir hier nicht im Mittelpunkt stehen. Eine gute Lösung orientiert sich am Problem und nicht an den Bedürfnissen der Beratung (und einen Hinweis für die Lösung gibt dabei immer schon die Problembeschreibung, siehe Punkt 2).

Entsprechend messen wir unseren Erfolg nicht daran, wie beeindruckend unsere Präsentationen sind oder wie komplex unser Ansatz wirkt. Für uns zählt, ob der Kunde am Ende tatsächlich besser dasteht als vorher. Da kann die Antwort auch mal simpel ausfallen oder sogar „Ihr braucht das nicht“ lauten.

8. Jedes unserer Charts hat eine klare Aussage als Überschrift.

Etappenziele unserer Beratung zeigen wir oft klassisch anhand einer Powerpoint-Präsentation. Hier müssen wir häufig komplexe Anforderungen oder Ergebnisse so herunterbrechen, dass sie vom Publikum in kurzer Zeit aufgenommen und verstanden werden können. Einen solchen Vortrag wirklich gut aufzuziehen, gehört zu den Kernkompetenzen von Berater:innen.

Absolutes Muss ist eine gute Überschrift, die aussagt, was eine Folie bedeutet und nicht nur, was darauf zu sehen ist. Testen Sie es mal selbst – welche Überschrift gibt Ihnen mehr Kontext? „Zahlen Einzelbüros Q3“

oder

 „Die Auslastung der Einzelbüros liegt 40 % unter dem Durchschnitt“

Auflösung: Die zweite Überschrift ist eine Aussage in unserem Sinne. Sie gibt Orientierung und zwingt uns, eine Meinung zu haben. Das hilft dem Publikum, den Inhalt schneller einzuordnen.

Tipp: Wer keine klare Überschrift formulieren kann, hat oft noch keine klare Meinung zum Thema. Wir arbeiten so lange, bis wir beides haben.

Zeichnung einer PErson, die die Arme vor einem großen Ausrufezeichen ausbreitet

9. Jede Frage oder Aufgabe, die wir stellen, haben wir uns vorher selbst beantwortet.

Zeichnung von 2 Personen vor großen Frage- und Ausrufezeichen

Das machen wir aus Respekt vor der Zeit und der Energie unserer Kund:innen, aber auch, weil es uns hilft, eine Haltung zu entwickeln. Sie basiert auf unserer Erfahrung und ist natürlich offen für den Input von Kund:innenseite. Aber weil wir uns schon Gedanken gemacht haben, können wir Feedback direkt einordnen und mit unserer Haltung abgleichen: Habe ich neue Informationen erhalten, die mein Bild verändern? Sehe ich meine Annahme bestätigt oder nicht? Das zeigt den Kund:innen, dass wir uns ernsthaft Gedanken über ihre Problemstellung machen und eine eigenständige Perspektive darauf entwickeln.

10. Wir präsentieren keine Charts, indem wir sie vorlesen.

Noch ein Gebot, das sich mit Präsentationen beschäftigt. Schlimmer als eine Überschrift ohne Aussage ist nur ein Vortrag, der 1:1 wiedergibt, was ohnehin jede:r selbst am Bildschirm lesen kann. Niemand bezahlt gerne die Arbeitszeit, die so ein Meeting kostet.

Einen Mehrwert für unsere Kundschaft schaffen wir, wenn wir Haltung, Kontext und Einordnung vermitteln mit dem, was wir sagen. Lesen kann unser Publikum schließlich selbst. Wir nutzen unsere Sprechzeit lieber, um zu erklären, was auf der Präsentation steht und um den Raum zwischen den Daten zu füllen. Indem wir Zahlen einordnen, Relevanz erläutern und erklären, was wir daraus warum ableiten. Hier ist Raum für unsere Erfahrung, unser Urteilsvermögen und eine klare Positionierung.

Zeichnung eines leidenschaftlich in ein Mikrofon sprechenden Mannes

Warum wir das aufschreiben:

Wir glauben, dass gute Beratung keine Blackbox sein sollte. Außerdem wollen wir deutlich machen, welchen Mehrwert man sich von unserer Beratung versprechen kann, besonders in Zeiten, in denen vermeintliche Antworten nur einen Prompt entfernt sind.

Wer mit uns arbeitet, soll wissen, welche Ansprüche wir an uns selbst haben und was man von unserer Beratung erwarten kann. Daran wollen wir uns messen lassen.

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