"Ich will individuelles Design schaffen, das aus der Aufgabe heraus entsteht."
Seit Ende 2025 ist Daniel König als Head of Design bei combine. Welche Themen er vorantreiben möchte und vor welchen Herausforderungen er den Design-Bereich sieht, erzählt er im Interview.
Daniel, wie waren deine ersten Monate bei combine?
Daniel: Es fühlt sich ehrlich gesagt an, als wäre ich schon viel länger hier. Die ersten Monate waren intensiv: Ich musste mich nicht nur in neue Projekte einarbeiten, sondern gleichzeitig die Verantwortung für die Design-Exzellenz, das Team und dessen strategische Weiterentwicklung übernehmen. Das war eine Menge, was ich erst einmal für mich strukturieren und verstehen musste.
Was mir den Einstieg enorm erleichtert hat, war die Kultur bei combine. Man wird unglaublich offen aufgenommen, bekommt ein sehr gutes Onboarding und hat jederzeit das Gefühl, Fragen stellen zu dürfen. Diese Hilfsbereitschaft und Offenheit sind keine Floskeln, sondern werden hier wirklich gelebt.
Turbulent war die Zeit trotzdem, aber das mag ich. Ich arbeite gerne nah am Kunden, mitten im Projektgeschehen und dort, wo Entscheidungen getroffen werden.
Wie und weshalb bist du zu combine gekommen?
Daniel: Ich komme aus einem renommierten Hamburger Architektur- und Designbüro, das ich über viele Jahre hinweg zuletzt als Partner mit aufbauen durfte. Während dieser Zeit habe ich immer wieder mit unterschiedlichen Projektsteuernden und Berater:innen zusammengearbeitet – darunter auch von combine.
Über verschiedene gemeinsame Projekte haben sich enge Kontakte entwickelt. Wir haben immer wieder erfolgreich zusammengearbeitet, zum Beispiel bei Accenture oder Ringier in Zürich. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir, wie unkompliziert und partnerschaftlich die Zusammenarbeit war. Wenn Unterstützung gebraucht wurde, genügte oft ein Anruf, und gemeinsam haben wir Projekte erfolgreich auf die Straße gebracht.
Bei einem gemeinsamen Abendessen zum Projekt DZ Hyp habe ich schließlich beiläufig erwähnt, dass ich mir vorstellen könnte, noch einmal etwas Neues zu machen. Seine spontane Antwort war: „Dann kommst du ja wohl zu uns!“ Aus diesem Satz wurde schließlich Realität.
Welche Themen möchtest du als Head of Design vorantreiben? Wo siehst du die größten Herausforderungen?
Daniel: Ich komme aus einer klassischen Architekturwelt, in der viele Disziplinen extern zusammenarbeiten. Bei combine ist das anders: Workplace Strategy, Change, Projektmanagement und Design arbeiten unter einem Dach. Diese kurzen Wege und der direkte Austausch haben mich schon immer begeistert.
Mein Ziel ist es, die gestalterische Qualität bei combine konsequent weiterzuentwickeln. Gerade bei großen Projekten besteht die Gefahr, sich von Herstellern, Standards oder Kataloglösungen treiben zu lassen. Genau dort liegt für mich unsere Chance: individuelle Architektur zu schaffen, die aus der Aufgabe entsteht und nicht aus dem Produktkatalog.
combine verfügt über eine außergewöhnliche 360-Grad-Beratung. Mein Anspruch ist es, das noch stärker mit exzellenter Gestaltung zu verbinden und unser Team gezielt weiterzuentwickeln.
Ich wünsche mir, dass combine künftig nicht nur für Strategie und Workplace Consulting bekannt ist, sondern auch als Designmarke wahrgenommen wird.
Wie verstehst du Führung? Was macht für dich ein gutes Team aus?
Daniel: Gute Gestaltung braucht freie Köpfe. Kreativität entsteht nicht unter permanentem Druck, sondern durch den Freiraum, Ideen zu entwickeln, sie zu hinterfragen und weiterzudenken.
Ich vergleiche das gerne mit einem Diamanten: Er entsteht zwar unter Druck – seinen Glanz erhält er aber erst durch den Schliff. Diesen Raum müssen wir als Führung schaffen.
Design ist außerdem nie die Leistung eines Einzelnen. Die besten Ergebnisse entstehen im Team durch unterschiedliche Perspektiven, Diskussionen und gegenseitige Inspiration.
Als Führungskraft sehe ich meine Aufgabe deshalb vor allem darin, Orientierung zu geben und Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen Kreativität entstehen kann. Gleichzeitig ist Moderation ein wichtiger Teil meiner Arbeit. Gestaltung ist immer subjektiv. Unterschiedliche Generationen, Erfahrungen und Geschmäcker treffen aufeinander. Daraus entstehen Diskussionen – und genau daraus dann oft die besten Lösungen.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?
Daniel: Einen typischen Arbeitstag gibt es eigentlich nicht. Sobald ich glaube, einen Rhythmus gefunden zu haben, sieht der nächste Tag schon wieder völlig anders aus.
Mal verbringe ich den ganzen Tag in Workshops oder beim Kunden, mal arbeite ich konzentriert an Entwürfen oder reise zwischen unseren Standorten, um mit den Teams vor Ort zusammenzuarbeiten.
Mir ist wichtig, selbst nah an den Projekten zu bleiben. Ich möchte Gestaltung nicht nur steuern, sondern aktiv erleben. Nur wer die Herausforderungen im Projektalltag kennt, kann Prozesse und Qualität wirklich weiterentwickeln.
Was fordert dich an deiner Arbeit besonders heraus?
Daniel: Die größte Herausforderung ist für mich, Menschen für eine Idee zu begeistern. Es geht darum zuzuhören, zu moderieren und zu überzeugen. Und nicht darum, jemanden zu überreden.
Gestaltung lebt von Vertrauen. Unsere Aufgabe ist es, dieses Vertrauen aufzubauen und den Kunden sicher durch den Prozess zu begleiten.
Besonders spannend finde ich dabei die Arbeitsweise von combine. In klassischen Architekturprojekten entwickelt man häufig mehrere Varianten und präsentiert sie erst am Ende. Bei combine binden wir unsere Kunden von Anfang an aktiv ein. Dadurch entstehen ganz andere Diskussionen und häufig auch bessere Lösungen, weil unterschiedliche Perspektiven früh zusammenkommen.
Das fordert Offenheit und gleichzeitig die Überzeugung, hinter den eigenen Ideen zu stehen.
Worauf bist Du bei Deiner Arbeit besonders stolz?
Daniel: Mich begeistert der gesamte Prozess. Jedes Projekt erzählt seine eigene Geschichte und entwickelt sich über Monate oder sogar Jahre.
Besonders liebe ich den Kick-off, weil das der Moment ist, in dem aus einer Idee ein gemeinsames Ziel wird. Und genauso erfüllend ist der Augenblick, wenn ein fertiger Raum zum ersten Mal genutzt wird und man die Begeisterung bei Bauherren oder den Nutzer:innen spürt.
Ein Projekt ist für mich dann wirklich erfolgreich, wenn es Menschen verändert. Ich durfte einmal den Umzug eines Unternehmens aus einem Gewerbegebiet in die Kölner Innenstadt begleiten. Nach dem Einzug hat sich mit den Räume auch die Kultur verändert. Die Mitarbeitenden traten selbstbewusster auf, kleideten sich anders und identifizierten sich stärker mit ihrem Unternehmen.
Solche Momente zeigen, welchen Einfluss gute Gestaltung haben kann.
Mindestens genauso wichtig ist für mich jedoch die langfristige Zusammenarbeit. Ein Projekt erfolgreich abzuschließen ist das eine. Einen Kunden über viele Jahre zu begleiten, gemeinsam zu lernen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln – darin liegt der eigentliche Erfolg.
Gibt es etwas, das viele an deinem Job als Head of Design unterschätzen?
Daniel: Viele glauben, Design entstehe auf Knopfdruck. Tatsächlich ist es ein intensiver Prozess aus Beobachten, Hinterfragen, Diskutieren und Ausprobieren.
Nicht jede gute Idee entsteht sofort. Manchmal hilft es sogar, bewusst Abstand zu gewinnen oder sich zwischendurch mit einem anderen Projekt zu beschäftigen. Kreativität braucht Zeit und den richtigen Rahmen.
Deshalb ist Vertrauen so wichtig. Wenn Kunden verstehen, dass wir uns als Team intensiv mit ihrer Aufgabe auseinandersetzen und jede Entscheidung bewusst treffen, entsteht am Ende ein Ergebnis, das weit über eine schnelle Lösung hinausgeht.
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